Dachverband der O.Ö. Tierschutzorganisationen

4600 Wels, Postfach 29

Präsident: Dr. Friedrich Landa Tel. 07682 / 7666

 

4. Juli 1999

Stellungnahme und Leserbrief zum Umzug der Vogelfänger in Ebensee

 

Vogelfängerumzug ohne Tierquälerei

Bei ihrem Umzug zum 50-jährigen Bestehen haben die Vogelfängervereine gezeigt, wie es möglich ist, ihrem Hobby zu frönen, ohne dabei Tiere zu quälen: Alle Käfige, die sie beim Umzug mitgetragen haben, waren leer bzw. mit Vogel-attrappen geschmückt. Es müssen also nicht Tiere durch Einfangen in Angst und Schrecken versetzt werden, damit ein Vogelfänger- Fest gefeiert werden kann. Es ist völlig unnötig, dass sich Menschen aufgrund von Tierquälerei unterhalten. Das Bewusstsein der Bevölkerung für den Tierschutz wird immer stärker sensibilisiert. Es wäre zeitgemäß, würden künftig die Vogelfänger ihre Veranstaltungen abhalten, ohne zu diesem Zwecke Vögel einzufangen. Denn eine Gefangennahme ist nicht möglich, ohne diese scheuen Tiere in Todesangst zu versetzen.

Der Dachverband der OÖ Tierschutzorganisationen hat an alle Mitglieder des OÖ Landtages und der Landesregierung sowie an die Medien eine Informationsmappe zum Vogelfang im Salzkammergut verschickt, die aufzeigt:

1.      Die Gesetze bzw. dazugehörigen Verordnungen, die den Waldvogelfang regeln sollen, sind völlig unzureichend.

  1. Der Waldvogelfang widerspricht der Berner Konvention zum Schutz wildlebender Tiere und der EU-Vogelschutzrichtlinie.
  2. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes kann der Vogelfang nicht als Brauchtum bezeichnet werden.
  3. Gutachten namhafter Experten beurteilen den Waldvogelfang aus mehreren Gründen als Tierquälerei.

In Oberösterreich dürfen noch immer Tiere gequält werden,
bloß weil das angeblich schon immer so der Brauch war!

Da im Land Oberösterreich noch immer "Ausnahmen zum Fangen von Vögeln... zum Zwecke der Brauchtumspflege" von den Bezirkshauptmannschaften Gmunden, Vöcklabruck und Wels-Land bewilligt werden, hat der Dachverband der OÖ Tierschutzorganisationen bei der EU-Kommission ein VERTRAGSVERLETZUNGSVERFAHREN GEMÄß ARTIKEL 169 EG-VERTRAG angestrengt.