Urteil des Verwaltungsgerichtshofes:
VOGELFANG KEIN BRAUCHTUM

Im oö. Gesetz zum Schutz der Tiere gilt es als besondere Form der
Tierquälerei "freilebende Tiere mutwillig ihrer Freiheit zu berauben."
Beim Einfangen von Singvögeln im Salzkammergut (und auch beim Gewöhnen an
die Gefangenschaft) erleiden die kleinen Tiere Todesangst. Dies wird durch
Gutachten namhafter Experten
auf dem Gebiet der Vogelkunde eindeutig festgestellt.

Im Salzkammergut wird die Tierquälerei an unseren Singvögeln unter dem
Deckmantel der "Brauchtumspflege" versteckt betrieben.
In einem URTEIL DES VERWALTUNGSGERICHTSHOFES (ZL.95/10/0222) ist nun
allerdings festgehalten, dass es sich beim Waldvogelfang um "keine
Brauchtumspflege" handelt. In seiner Begründung führt der
Verwaltungsgerichtshof aus, es sei nicht gerechtfertigt, diese Ausübung als
Brauchtumspflege zu qualifizieren, weil der Vogelfang "ausschließlich dem
persönlichen Interesse der einzelnen Vogelfänger diente und dient".

Aufgrund dieses Urteils hat die Salzburger Landesregierung 1996 den
Vogelfang in salzburgischen Salzkammergut als nicht mehr zeitgemäß
untersagt, nachdem letztlich auch die ÖVP einsehen musste, dass TIERSCHUTZ
WICHTIGER ist, als das Hobby der paar hundert Vogelfänger. Nur im oö.
Salzkammergut werden für diese Tierquälerei jedes Jahr noch immer ca. 500
Ausnahmegenehmigungen erteilt.

Dachverband der O.Ö. Tierschutzorganisationen
4602 Wels, Postfach 29
Präsident: Dr. Friedrich Landa
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