Permanente Kontrolle der Schlachtviehtransporte an der Grenze durch
EU/Schengenabkommen untersagt

Zur gemeinsamen Kampagne gegen internationale Schlachttiertransporte, zu
der der Dachverband der oö. Tierschutzorganisationen Politiker aller
Parteien und andere Verantwortlichen aus dem Bereich Konsumentenschutz,
Landwirtschaft und Umweltschutz, sowie die Medien des Landes eingeladen hat,
sind die ersten schriftlichen Rückmeldungen eingelangt.

So antwortet etwa der Klubobmann der ÖVP Dr. Stockinger:
"Der ÖVP-Landtagsklub unterstützt Ihre Initiative zur Eindämmung
internationaler Schlachtviehtransporte. ...Aus unserer Sicht wären
lückenlose Veterinärkontrollen ein geeignetes Instrument um die zu Lasten
der heimischen Bauern und qualitätsbewussten Konsumenten gehenden Transporte
hintanhalten zu können. Im Interesse von Mensch und Tier drängen wir daher
auf strenge veterinärpolizeiliche Kontrollen rund um die Uhr..."

Dieser sehr vernünftigen Vorschlag darf leider in der Praxis nicht zur
Anwendung kommen. Es ist kaum zu glauben, aber es ist den Kontrollorganen
untersagt, lückenlose Kontollen durchzuführen!
Bei der Observation der Grenze in Suben haben Tierschützer von den dort
kontrollierenden Gendarmeriebeamten (Autobahngendarmerieposten Ried Tel:
07750 36330) erfahren, dass permanente Kontrollen aufgrund von
EU/Schengenabkommen untersagt sind. Die Gendarmeriebeamten hielten es selber
für notwendig die Schlachtviehtransporte stärker zu kontrollieren, es sei
ihnen aber nur gestattet, stichprobenartig nach dem Rechten zu sehen. Diese
Stichproben dürfen in keiner Weise diskriminierend sein. Dh. es dürfen weder
nur ausländische LKW, noch nur Schlachtviehtransporte kontrolliert werden.
Für nähere Auskünfte wurden wir an Herrn Hauptmann Scherleitner von der
Verkehrsabteilung (O732 7752 9910) verwiesen.

 

Noch ein Nachtrag zum Austria-Zeichen (Made in Austria).
Dieses wird vom "Verein zur Förderung des Ansehens und der Geltung
österreichischer Wirtschaftsleistungen in der Öffentlichkeit" vergeben. Wenn
wo "Made in Austria" draufsteht, so könnte man meinen, dass es sich um eine
Ware aus Österreich handeln sollte. Das "Ja zu A"-Zeichen besagt aber
lediglich, dass 50% der Wertschöpfung in Österreich erbracht wurden.
Kommentar des Vereins für Konsumenteninformation Wien dazu: "Das A kann also
auch auf Produkten angebracht sein, bei denen der (billige) Rohstoff aus dem
Ausland stammt, die aber in Österreich verarbeitet und verpackt wurden."
(konsument spezial , Das österreichische Testmagazin. Beilage zu 1/99, Seite
8) In einer Wurst, die mit dem rot-weiß-roten A, "Made in Austria", "Ja zu
A", ausgezeichnet ist, kann sich Fleisch von ausländischen Tieren befinden.
Diese irreführende Kennzeichnung schadet unseren heimischen Bauern, die dem
Preisdruck kaum standhalten können, den Konsumenten, wenn die ausländische
Billigstproduktion gesundheitsgefährdende Risiken enthält und den Tieren,
die auf den langen Transporten oft unsagbare Qualen erleiden müssen.
Deshalb versucht der Dachverband der oö. Tierschutzorganisationen
die Bevölkerung besser darüber aufzuklären, dass es ganz legal möglich ist,
Schlachttiere aus Belgien, Holland usw. nach unnötig langem Lebendtransport
zu
"österreichischen" Fleischprodukten zu verarbeiten und mit dem "Made in
A"-Zeichen zu versehen.

Dr. Friedrich Landa
Dachverbandspräsident der
oö. Tierschutzorganisationen

Homepage: http://www.t0.or.at/~tierschutz
E-mail: tierschutz@t0.or.at