ÖVP-Stellungnahmen zur Fleisch-Gütesiegeldiskussion
LH Pühringer: AMA statt "A"-Gütesiegel

Zur gemeinsamen Kampagne gegen internationale Schlachttierimporte, zu
der der Dachverband der oö. Tierschutzorganisationen Politiker aller
Parteien und andere Verantwortliche aus dem Bereich Konsumentenschutz,
Landwirtschaft und Umweltschutz, sowie die Medien des Landes eingeladen hat,
sind bereits viele Rückmeldungen eingelangt.
Von ÖVP-Seite begrüßen und unterstützen unser Landeshauptmann, Herr Dr.
Pühringer, der Klubobmann der ÖVP, Herr Dr. Stockinger und die Erste
Präsidentin des OÖ Landtages, Frau Angela Ortner diese Initiative.
Wie bereits berichtet, ist der sehr vernünftige Vorschlag Dr. Stockingers,
lückenlose Veterinärkontrollen durchzuführen, nicht möglich, da permanente
Kontrollen aufgrund des EU/Schengenabkommens
untersagt sind. Als Kontrolle sind demnach nur Stichproben zulässig, die in
keiner Weise diskriminierend sind. Dh. es dürfen weder nur ausländische LKW,
noch nur Schlachtviehtransporte kontrolliert werden.
So passieren weiterhin ausländische Tiere größtenteils unkontrolliert die
Grenze um dann in inländischen Schlachthöfen zu "österreichischem"
Qualitätsfleisch verarbeitet zu werden. Fleischprodukte, die zu 100% von
ausländischen Tiere stammen, können sodann mit dem rot-weiß-roten Gütesiegel
"Ja zu A" bzw. "Made in Austria" gekennzeichnet auf den Markt kommen. Auf
diese Weise werden die Konsumenten irregeführt!
Um diesem Missstand entgegenzuwirken und weil "mit dem Gütesiegel "Ja zu A",
das von der Wirtschaftskammer vergeben wird, im Lebensmittelbereich bei den
Konsumenten Missverständnisse entstehen können", schlägt unser Herr
Landeshauptmann und Agrarreferent Dr. Pühringer in einem Schreiben an den
Dachverband der oö. Tierschutzorganisationen vor, es möge nur mehr das
AMA-Gütesiegel für den Lebensmittelbereich Verwendung finden: "Es wäre zu
begrüßen, wenn es gerade im Lebensmittelbereich nur mehr dieses
AMA-Gütesiegel geben würde, sodass für die Konsumenten noch mehr Sicherheit
geschaffen werden könnte."
Das ist ein sehr konstruktiver Vorschlag, den wir in unserer Kampagne gerne
aufgreifen. Für die nächste Diskussionsrunde stellen sich, aufgrund der
Anregung unseres Herrn Landeshauptmannes, somit folgende weiterführende
Fragen:
Zum Schutz unserer Bauern:
Kann das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel dafür garantieren , dass es sich hier
wirklich nur um österreichische Produkte handelt?
Zum Thema Konsumentenschutz:
Handelt es sich bei den mit dem AMA-Gütesiegel gekennzeichneten Produkten
wirklich, wie in der AMA-Werbung wieder und wieder behauptet wird, um "die
höchste kontrollierte Qualität", die ohne Zusatz von Antibiotika und Chemie
hergestellt wurde?
Für den Schutz unserer Nutztiere:
Stellt das AMA-Gütesiegel sicher, dass die Tiere artgerecht gehalten werden?
Oder versucht auch die AMA-Werbung die Konsumenten irre zu führen, indem die
AMA-Produkte als etwas angepriesen werden, was sie in Wirklichkeit gar nicht
sind?
Der Dachverband der oö Tierschutzorganisationen bittet um entsprechende
Stellungnahmen und wird diese zur Information der Konsumenten wieder an die
Medien weiterleiten.

Zunächst jedoch soll die Unbrauchbarkeit des rot-weiß-roten "Made in
Austria - Ja zu A"- Zeichens zu Ende
dokumentiert werden. Damit die Medien einen guten Anlass haben, über dieses
wichtige Thema zu berichten und auf diese Weise die Bevölkerung zu
informieren, wie eine irreführende Bezeichnung zum Kauf von
Billigstfleischprodukten "Made out of ausländischen Tieren" verleitet, sind
einige spektakuläre Aktionen in OÖ geplant.

Tierschützer stoppten in Kirchdorf
deutsche Schweine-Transporter
Wie Herr Redakteur Klaus Buttinger in den ÖO Nachrichten vom Wochenende
(Sa.27.Nov. Seite 26 Leben Heute) hautnah berichtet, sahen sich Aktivisten
vom Verein gegen Tierfabriken (VgT) veranlasst, drei ausländische
Schlachtviehtransporter zu stoppen um auf die Tierqualen
hinzuweisen, die durch diese Billigimporte entstehen. Laut
Dipl.Ing. Schlederer, Geschäftsführer der VLV-Schweinebörse OÖ, werden nach
OÖ wöchentlich bis zu 8000 Schweine zur Schlachtung gebracht: Die
ausländischen Schweine werden quasi eingebürgert: Sobald das Fleisch den
Beschau-Stempel eines österreichischen Schlachthofes trägt und durch die
Verarbeitung um 50% an Wert gewann, kann das Fleisch unter dem Austria
Gütesiegel "Made in Austria" vermarktet werden. Österreichisches Fleisch
lässt sich eben teurer verkaufen als belgisches oder deutsches.

Diese irreführende Kennzeichnung schadet unseren heimischen Bauern, die dem
Preisdruck kaum standhalten können, den Konsumenten, wenn die ausländische
Billigstproduktion gesundheitsgefährdende Risiken enthält und den Tieren,
die auf den langen Transporten oft unsagbare Qualen erleiden müssen.
Deshalb versucht der Dachverband der oö. Tierschutzorganisationen
die Bevölkerung besser darüber aufzuklären, wie Schlachttiere aus Belgien,
Holland usw. nach unnötig langem Lebendtransport
zu "österreichischen" Fleischprodukten verarbeitet und mit dem "Made in
A"-Zeichen versehen zum Kauf angeboten werden. Politiker und Behörden sind
aufgefordert, dafür zu sorgen, dass solche Machenschaften künftig
nicht mehr möglich sind

> Dr. Friedrich Landa
> Geschäftsführer "TIERSCHUTZ IM UNTERRICHT"
> Dachverbandspräsident der oö. Tierschutzorganisationen: