Tierquälerisches Brauchtum verboten
In OÖ weiter möglich

Überall auf der Welt werden Tierquälereien verboten, auch wenn es sich um
noch so lang überlieferte Traditionen handelt. Neuerdings sogar in Spanien:

Das Hinunterstürzen einer lebendigen Ziege vom Kirchturm im spanischen
Manganeses de la Polvorosa wurde jetzt verboten
(bei Strafandrohung von 1 Mio. Peseten - ca. 11.000 DM), weil Tierschützer
sich beschwert hatten.
Lt.AOL-Bericht "brach das Dorf im Nordwesten Spaniens erstmals mit seiner
Tradition, zum Fest des heiligen Vicente eine lebende Ziege 15 Meter tief
vom
Kirchturm in den Tod zu stürzen."
Die Dorfbewohner sind mit der Entscheidung der Regionalregierung nicht
einverstanden und so forderten die ca. 1000 Schaulustigen: "Die Ziege, wir
wollen die Ziege!"

Nur in Oberösterreich scheinen Politiker und Behörden nicht fähig zu sein,
auf das ständig sich verfeinernde Umdenken in Sachen Tierschutz entsprechend
zu reagieren. Hierzulande glaubt man noch immer auf eine moderne Ethik, die
auch die Rechte der Tiere einschließt, keine Rücksicht nehmen zu müssen. Dem
für Natur- und Tierschutz zuständigen SPÖ Landesrat Dipl. Ing Haider war
auch ein Mahnschreiben der EU-Kommission noch nicht Anlass genug, die
Ausnahmegenehmigungen zum Singvogelfang im OÖ Salzkammergut wenigstens zu
überdenken. Diese kleinen scheuen Tiere erleiden beim Einfangen solche
Todesangst, dass immer wieder welche die Gefangennahme nicht überleben.
Trotzdem unternimmt dieser SPÖ-Spitzenkandidat für die nächsten
Landtagswahlen nichts, um die Tierquälerei des Singvogelfangens endlich
abzustellen. Statt dessen lässt er überall plakatieren, wie fair er nicht
ist. Aber mit großen Sprüchen von Politikern, die nicht bereit sind in ihren
Fachgebieten auch wirklich gute Arbeit zu leisten, lässt sich die
Bevölkerung nicht weiter täuschen. Wir wollen, noch bevor der Europäische
Gerichtshof durch Druck von oben unsere dann blamierten Landespolitiker dazu
zwingt, der EU-Vogelschutzrichtlinie entsprechend, diese geschützten
Waldvögel in Ruhe leben zu lassen, durch Druck der öffentlichen Meinung
dafür sorgen, dass in Oberösterreich Singvögel nicht weiter eingefangen und
dadurch zu Tode gequält werden dürfen. Haben unsere Politiker es wirklich
nötig, sich ausgerechnet von der EU-Kommission sagen lassen zu müssen, wie
ein zeitgemäßer Natur- und Tierschutz umgesetzt gehört?

Dr. Friedrich Landa
Dachverbandspräsident der oö. Tierschutzorganisationen

Homepage: http://www.t0.or.at/~tierschutz
E-mail: tierschutz@t0.or.at