Verrat der Politiker an Land, Wählern, den Tieren und dem eigenen Gewissen
Forderung: Clubzwang als undemokratisch verbieten

Der Politik in Österreich ist anscheinend jedes Mittel zur Macht recht. Ende
Jänner brachten die Grünen im Parlament einen Antrag für ein
Bundes-Tierschutzgesetz ein. Der Nationalratsvorsitzende Prinzhorn hat seine
Machtfunktion dazu missbraucht, den Antrag gar nicht zur Abstimmung kommen
zu lassen. Bei einem späteren abermaligen Antrag der Grünen zum
Tierschutzgesetz stimmten die F mit den Grünen für ein
Bundes-Tierschutzgesetz aber die Sozialdemokraten zusammen mit der ÖVP
dagegen! Wie war das möglich? Ist die SPÖ zu dumm, um für die eigenen
Interessen zu stimmen? Wie dem Tierschutzdachverband von seinem Mitglied
"Verein gegen Tierfabriken (VgT)" mitgeteilt wurde, hatte die SPÖ 'höhere
Interessen': Die Sozialdemokraten stimmten nicht für das von ihnen selbst
geforderte Tierschutzgesetz, "sonst wäre es nämlich auch zu einem
Untersuchungsausschuss gegen den Alt-Bundeskanzler Vranitzky wegen seiner
dubiosen Spendenaffären gekommen." Statt dass sich die Sozialdemokraten in
Solidarität mit den Unterdrückten auch für die in unserer Gesellschaft
besonders brutal ausgebeuteten Nutztiere einsetzen, die in den Tierfabriken
zwecks Profitmaximierung ein elendigliches Siechtum erleiden, haben sie
wieder einmal Verrat an den Tieren begangen! Es sollte als undemokratisch
verboten sein, dass Parlamentarier von ihrer Parteiführung durch
Fraktionszwang dazu gezwungen werden, gegen ihr eigenes Gewissen und gegen
den Willen der Wähler, die sie vertreten, zu stimmen. Aber wenn es um die
Macht der Parteien geht, werden nicht nur die Tiere, sondern das ganze Land
verraten!
Da die Parteien unfähig sind, auch nur ein Mindestmaß an Anstand und Ethik
in die Politik zu bringen, muss durch WIDERSTAND von unten und von oben,
durch Druck von der Straße und der EU unseren Politikern ein Mindestmaß an
Beachtung ethischer Werte abverlangt werden. Die Proteste der Bevölkerung
sollten sich auch allgemein dagegen richten, wie undemokratisch und unter
Zwang im Parlament Machtpolitik betrieben wird. Was Tierschutz, Demokratie
und Korruption betrifft, sollte sich die EU gleich selbst bei der Nase
nehmen!
Die ÖVP hat die Forderungen des Tierschutzes bisher zu verhindern gewusst.
Nach dem Parteienwechsel besteht die große Gefahr, dass die roten Teufelchen
mit dem Beelzebub ausgetrieben werden! Haben wir in Österreich denn keine
Alternativen? Oder sind etwa die Politiker ein Spiegelbild dafür, wie es in
der Seele der durchschnittlichen Wähler ausschaut? Wenn's um's Geld geht,
hört sich die Freundschaft auf: Für ein billiges Schnitzerl sind die
Mehrheit der Leute bereit ihr Herz für Tiere an den Fleischerhaken zu
hängen, damit sie ohne Gewissensbisse Billigstprodukte aus tierquälerischer
Massentierhaltung kaufen können. Wenns um billigen Genuss, Profit und Macht
geht, hört sich bei charakterlosen Menschen leider auch die Tierfreundschaft
auf. Sogesehen haben die Wähler genau die Politiker, die sie verdienen.
Benötigt unsere Schlachthauszivilisation denn wieder und wieder neue
Schlachtfelder, um zur Erkenntnis zu gelangen: "NIE WIEDER!"

Dr. Friedrich Landa
Geschäftsführer Tierschutz im Unterricht
Dachverbandspräsident der oö. Tierschutzorganisationen

Homepage: http://www.t0.or.at/~tierschutz
E-mail: tierschutz@t0.or.at