Klage gegen AMA wegen konsumententäuschender Werbung
OÖ Spitzenpolitiker gemeinsam gegen A-Herkunftsbezeichnung

Wie immer mehr bekannt wird ist es möglich, dass ausländische Tiere
nach qualvoll langem Tiertransport in österreichischen Schlachthöfen getötet
und zu Fleischprodukten verabeitet werden, die sodann mit Hilfe
des Herkunftszeichens "Ja zu A - MADE IN AUSTRIA", die Konsumenten zum Kauf
von "österreichischen" Fleischwaren verlocken sollen, deren Inhalt zu 100
Prozent aus Tierfabriken in Belgien oder Holland usw stammen kann.
In der Kampagne gegen das rotweißrote A-Herkunftszeichen, bei dem es sich um
eine Verbandsmarke der Wirtschaftskammer handelt, war von der oö
Landesregierung vereinbart worden, dass die betroffenen Regierungsmitglieder
(der LH selbst als Agrarreferent und LR Haubner als
Konsumentenschutzreferentin) eine Strategie ausarbeiten sollten, wie
gegenüber dem Verein MADE IN AUSTRIA vorgegangen werden könne, um
eine Differenzierung zwischen Gütesiegel und Lebensmittelsicherheit
herbeizuführen. Da die Landesräte Achatz (Veterinär) und Haider
(Naturschutz) ebenfalls betroffen sind, sollte im Jänner 2000 ein Vorschlag
gemeinsam erarbeitet und dann neuerlich an die Regierung herangetragen
werden.
Soweit dem "Dachverband der oö. Tierschutzorganisationen" bekannt, ist
dieses Vorhaben bislang nicht erledigt worden.

Auf Ersuchen von LH und Agrarreferent Dr. Pühringer hat der
Tierschutzdachverband seine besondere Aufmerksamkeit dem AMA-Gütesiegel
zugewendet. Der TierschutzDV stimmt mit unserem LH überein, dass ein
verlässliches Gütesiegel gebraucht wird. Leider müssen auch beim
AMA-Gütesiegel schwere Mängel, den Konsumenten- und
Tierschutz betreffend, der Öffentlichkeit bewusst gemacht werden. Vor allem
unseren Bio-Bauern wird durch die konsumententäuschende AMA-Werbung arg
zugesetzt! Allein in Tirol haben mehr als 500 Bio-Bauern wieder aufgehört
ökologische Lebensmittel herzustellen. In der AMA-Werbung wird der Eindruck
erweckt, Produkte mit dem AMA-Gütesiegel seien höchste Qualität. Warum
sollten da die Konsumenten noch einen gerechten höheren Preis für die
tatsächlich höchste Qualität der Bio-Lebensmittel bezahlen? Mit dem
rotweißroten AMA-"Güte"siegel werden auch Produkte aus Legebatterien und
anderen Tierfabriken vermarktet. Die umweltverträglich und tierschutzgerecht
produzierenden Bauern werden von der konventionellen
Agrarindustrie für ihre Zwecke missbraucht! Es soll der Eindruck entstehen,
als sei alles, was in Österreich hergestellt wird, irgendwie bio. Die Bauern
müssen sich das gefallen lassen, weil sie von der AMA finanziell abhängig
sind. Die führenden Köpfe im Tierschutz sind sich bewusst, in welch
schwierige Lage unsere für die ganze EU vorbildlich wirtschaftenden Bauern
durch eine vor allem an Profit und Massenproduktion orientierte Politik
gebracht wurden. Lebenbewahrende Landwirtschaft und Tierschutz sollten
zusammenarbeiten! Die volle Unterstützung im Kampf gegen die
konsumententäuschende AMA ist unseren Bio-Bauern sicher: Eine vermögende
Persönlichkeit hat dem "Dachverband der oö. Tierschutzorganisationen" das
großzügige Angebot gemacht, eine Sammelklage der Biobauern gegen die AMA
finanziell zu unterstützen.
Die irreführende Werbung, in der die Billigstproduktion von
Massentierhaltern so dargestellt wurde, als handle es sich
dabei um BIO-Produkte, hat der biologischen Landwirtschaft sehr geschadet.
Kein Konsument wird verstehen, warum er für ein echtes BIO-Produkt
einen ehrlichen Preis zahlen soll, wenn ihm die von der AMA als von
"artgerechter Tierhaltung" und "chemiefrei" vorgetäuschten Erzeugnisse zu
Schleuderpreisen angepriesen werden. Wenn, dann verdienen die Lebensmittel
unserer Bio-Bauern die Bezeichnungen "HÖCHSTE QUALITÄT" und "TIERSCHUTZ
GERECHT"!

Dr. Friedrich Landa
Dachverbandspräsident der oö. Tierschutzorganisationen

Homepage: http://www.t0.or.at/~tierschutz
E-mail: tierschutz@t0.or.at