Tierschutzunterricht für Metzger

An der Berufschule 3 in Salzburg fand am 5. März erstmals ein
Tierschutzunterricht für Metzger statt.
Mit dem Leiter der Berufschule, Herrn Direktor Gerhard Zwangsleitner, wurde
vereinbart, dass "Tierschutz im Unterricht" künftig regelmäßig für alle
Berufsschüler der Metzgerklassen im ersten Jahrgang abgehalten wird.
Bei den älteren Jahrgängen soll der Tierschutzunterricht im Mai/Juni noch
nachgeholt werden. Da großes Medieninteresse an dem"Tierschutzunterricht
für Metzger" besteht, hat Herr Direktor Zwangsleitner auch zugesagt, dass
Medienverteter dem Tierschutzunterricht beiwohnen können. Welch großes
Anliegen ihm persönlich der Tierschutz ist, zeigt sich ua. darin, dass
Direktor Zwangsleitner veranlasst hat, in Ausbildung und Schulküche nur
noch Freilandeier direkt vom Bauernhof zu verarbeiten. Ein Bestreben,
welches auch von LH Schausberger für alle Betriebe des Landes Salzburg
unterstützt wird.

Der Tierschutzunterricht in der Metzgerausbildung wurde mit einem Thema
begonnen, für das Tierschutz und Metzger die gleichen Interessen haben: Bei
den von der EU subventionierten internationalen Tiertransporten werden
Schlachttiere unter qualvollen Bedingungen durch halb Europa an die
Adriahäfen verschleppt, auf Schiffe verladen und nach Nordafrika oder in den
Libanon gebracht um dort geschächtet zu werden. Auch Rinder aus Österreich
erleiden in den muslimischen Schlachthöfen ein elendigliches Ende. Für die
Tiere und die Auslastung der heimischen Schlachtbetriebe wäre es besser,
wenn den Rindern diese Tortur des internationalen Schlachttiertransportes
erspart bliebe. In Österreich müssen Tiere vor dem Schlachten betäubt
werden. Beim Schächten aber wird dem Tier entsprechend der mosaischen
Schlachtgebote bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten. In diesem
Zustand wird das Tier an den Hinterbeinen hochgezogen und mit klaffender
Wunde am Hals langsam zum Ausbluten gebracht. Zum Thema internationale
Schlachtviehtransporte wurde beim Tierschutzunterricht für Metzger auch ein
Video vorgeführt. Die Metzger zeigten bei den schrecklichen Verladeszenen
von bereits schwer verletzten Tieren genausoviel Mitgefühl wie die Schüler
anderer Schulen. Bei Kindern und Jugendlichen finden solch brutale Szenen
allerdings keine Verwendung, da im Tierschutzunterricht darauf geachtet
wird, die Tierschutzthemen sehr behutsam dem Alter und der Reife
entsprechend auszuwählen. Mitgefühl soll erweckt werden, aber die Zuseher
dürfen nicht zu sehr von den Tierquälereien schockiert werden, sonst wollen
sie nie wieder etwas mit Tierschutz zu tun haben. Unsere Gesellschaft aber
braucht Veränderung der Missstände und nicht ein noch tieferes Verdrängen
der Leiden, die unseren Mitgeschöpfen aufgrund unserer Konsumgewohnheiten
vielfach unwissend zugefügt werden.
Nach den internationalen Tiertransporten wurden die Zustände beim
inländischen Viehtransport und in den
heimischen Schlachtbetrieben besprochen.
Den Tieren sollte ihr letzter Weg möglichst leicht gemacht werden, indem
der für sie fremd und gefährlich erscheinende Boden auf den Rampen und
Transportern mit genügend Stroh bestreut wird. Unnötiger Lärm und alles was
die Tiere sonst verschrecken könnte, soll vermieden werden. Sind die
Tiere erst mal in Todesangst versetzt, sind sie nur noch schwer zum
Weitergehen zu bewegen. Das macht wiederum die Treiber wütend und dann kann
es zur
Anwendung von brutalen Zwangsmethoden kommen. Die meisten der dem Unterricht
beiwohnenden Metzger schlachten in den Betrieben selber und holen die
Tiere auch vom Bauernhof ab. Solange unsere Gesellschaft akzeptiert, dass
Tiere zur Fleischgewinnung getötet werden dürfen, sollte das Schlachten
wenigstens unter bestmöglichen Bedingungen vor sich gehen. Das ist nur
möglich, wenn sich die Treiber und Schlächter in die Situation des Tieres
hineindenken. Wie behutsam ist ein Stier zu führen, der mit einer Binde vor
den Augen zur Schlachtbank getrieben wird?

Da eine fremde Umgebung und der Transport immer Stress
bedeuten und sich die Angst der Tiere auch in der PH-Wertmessung eindeutig
als qualitätsmindernd nachweisen lässt, stellt sich die Frage, ob es nicht
bessere Möglichkeiten gibt, die auch für Tiere und Konsumenten Vorteile
bringen. In diesem Sinne wurde noch ein Video über den fahrenden Schlachthof
besprochen, bei dem - wie früher - nicht die Tiere in den Schlachthof ,
sondern
die Metzger zu den Tieren fahren, um ihnen den Transport zu ersparen.

Da die Metzger vom Tierschutzunterricht gar nicht genug bekommen konnten,
haben wir uns zum Abschluss noch gemeinsam einen Bericht über einen
Schlächter angesehen, der eines Tages mit einem Schwein so viel Mitgefühl
empfand, dass er nie wieder ein Tier töten wollte. Die Metzger in der
Berufschule 3 gaben an, sich noch nie Gedanken darüber gemacht zu haben, ob
man Tiere vielleicht besser nicht töten und zu Fleisch verarbeiten solle. So
wie der Vegetarier ohne Gewissensbisse sein Gemüse erntet, zubereitet und
verzehrt, ist es für den Metzger selbstverständlich, mit größter Sorgfalt
Fleischprodukte herzustellen.

Nach dem Tierschutzunterricht übergaben mehrere Metzger ihre Adressen, damit
sie für künftige Tierschutzaktionen, vor allem gegen die internationalen
Tiertransporte, verständigt werden können. Ein Metzgerlehrling war so
aufgebracht über das, was mit den Rindern geschieht, dass er am liebsten
gleich mit nach Beirut gefahren wäre, um etwas gegen die tierquälerischen
Schlachtmethoden zu unternehmen. Die Metzgerlehrlinge im ersten Jahrgang der
Berufschule 3 in Salzburg haben 315 Schilling für den Tierschutz
eingesammelt und an den Tierschutzlehrer übergeben.

 

Bilder "Metzger beim Tierschutzunterricht"
und "Wandgemälde in der Berufschule 3 Salzburg"
bitte hier Anklicken

Danke für die Anregungen, die uns zum Tierschutzunterricht für Metzger
zugegangen sind!

Dr. Friedrich Landa
Geschäftsführer Tierschutz im Unterricht
Büro für Oberösterreich und Salzburg
Endriegl 7
4873 Frankenburg

Tel. 07682 7666
+43 66 43 43 43 66
Homepage: http://www.t0.or.at/~tierschutz
E-mail: tierschutz@t0.or.at

Tierschutzlehrer können für Volks-, Haupt- und Höhere Schulen
in ganz Österreich unter den folgenden Telefonnummern eingeladen werden:

Burgenland:
Tel. 0316/ 58 13 20
Tel. 01/6992450-0

Kärnten:
Tel. 0463/ 50 29 59

Niederösterreich:
Tel. 02774/ 88 13
Tel. 01/6992450-0

Oberösterreich:
Tel. 07682/ 76 66

Salzburg:
Tel. 07682/ 76 66

Steiermark:
Tel. 0316/ 58 13 20

Tirol:
Tel. 0512/ 37 82 02

Vorarlberg:
Tel. 05512/ 43 44

Wien:
Tel. 01/6992450-0
Tel. 02774/ 88 13

 

Für Interessenten aus dem grenznahen Bayern: Tel. 0043 7682 7666