O÷ Tieršrztekammer und Tierschutz-Dachverband suchen Zusammenarbeit

Vertreter der OÖ Tierärztekammer und des Dachverbandes der oö
Tierschutzorganisationen vereinbarten am Freitag, 14. April, bei einem
Treffen in Wels eine künftige Zusammenarbeit für einen besseren Schutz der
Tiere.
Die Tierärztekammer versteht sich nicht nur als eine Interessensvertretung
für Veterinäre, sondern fühlt sich legitimiert, als "Anwalt der Tiere" deren
Anliegen in der Öffentlichkeit zu vertreten. In diesem Zusammenhang erwähnte
Dr. Pfeil, dass jeder Tierarzt den "Tierschutz gelobt" habe und Dr.
Hendelhuber vom Veterinärdienst des Landes OÖ. wollte den Hippokratischen
Eid auch für den Schutz der Tiere gelten lassen. Demnach müsste jedem
Tierarzt und auch jedem Amtstierarzt der Tierschutz eine
Herzensangelegenheit sein und keine bloße Bereicherung aus der
Tierausbeutung, einzig zur Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse in
einer Klein- sowohl als auch Nutztierpraxis. Im Dachverband werden immer
wieder Beschwerden von Tierschutzorganisationen vorgebracht, dass sich
gewisse Amtstierärzte nicht entsprechend gegen die Tierquälereien an Haus-
oder Nutztieren engagieren, die ihnen bekannt gemacht wurden. Laut
Tierärztekammer wäre der zuständige Amtstierarzt verpflichtet, Maßnahmen
gegen Tierquälerei zu setzen. Amtstierärzte, die den Aufgaben, für die sie
bezahlt werden, nicht nachkommen, sollten durch fähigere Fachleute ersetzt
werden. Mit der Unterstützung von Tierärzten, denen ein angemessenes
ethisches Verhalten auch den Tieren gegenüber ein echtes Anliegen ist,
könnte in Zukunft viel für den Tierschutz erreicht werden.
Bei dem Gespräch zeigten die Tierärzte ein besonderes Interesse für das
Projekt "Tierschutz im Unterricht". Weiters wurde vereinbart, dass sich die
OÖ Tierärztekammer und der Tierschutzdachverband in der Forderung nach einem
Bundestierschutzgesetz, aber auch nach einem bundeseinheitlichem Jagdgesetz
unterstützen werden. Warum es nötig wäre, den Tierschutz in den
Verfassungsrang zu heben, damit er gegen die Freiheit von Kunst und
Religionsausübung auch in letzter Instanz vor Gericht Bestand haben kann,
muss in der Tierärztekammer noch diskutiert werden. Auch ob die Kampagne des
Tierschutzes gegen den Singvogelfang in Oberösterreich von der OÖ
Tierärztekammer Unterstützung findet, bedarf noch der Prüfung, warum durch
Gutachten von Ornitologen der Singvogelfang als Tierquälerei beurteilt wird.
Eine weitere Zusammenarbeit bietet sich für Aktionen gegen die
internationalen Schlachttiertransporte an, die mit Ausbau der Pyhrnautobahn
vermehrt auch durch Oberösterreich rollen. Am 1. Juli wird am Grenzübergang
Walserberg eine ganztägige internationale Großkundgebung stattfinden, die
behördlich genehmigt sein wird. Gegen illegale Blockaden und
Tierbefreiungsaktionen hat sich der Präsident der Landeskammer der Tierärzte
Oberösterrreichs, Herr Dr. Niedersüss, eindeutig ausgesprochen. Gerade um
Aktionen verzweifelter radikaler Tierrechtler unnötig zu machen, soll eine
Zusammenarbeit zwischen Tierschutz und Tierärzten, aber auch Landwirtschaft,
Behörden und Politikern gesucht werden.

 

Dr. Friedrich Landa
Dachverbandspräsident der oö. Tierschutzorganisationen
07682 7666
+43 66 43 43 43 66