Protest wegen Fleischskandalen und Tierqualen

    Hat sich - nach den großen Ankündigungen der Politiker - irgendetwas im Tier- und Konsumentenschutz verbessert?

    Tierfabriksbesetzung Aktivisten vom "Verein gegen Tierfabriken" haben am Wochenende (16. Juni 2001) einen Schweinemastbetrieb in Neukirchen/Enknach (OÖ.) besetzt. Damit wollen sie darauf aufmerksam machen, dass sich trotz Fleischskandalen an den Quälereien bei Tierhaltung, Tiertransporten und in den Schlachthäusern kaum etwas geändert hat.

    Verbesserungen nicht möglich? Werden zuviele Tiere auf engstem Raum zusammengedrängt gehalten, müssen Medikamente eingesetzt werden, damit keine Krankheiten und Seuchen ausbrechen. Wenn bei der Fließbandarbeit im Schlachthaus im Akkord getötet wird, kommt es wegen des Zeitdrucks immer wieder zu schwersten Tiermisshandlungen. Sollen Verbesserungen im Tier- und Konsumentenschutz verwirklicht werden, darf der ungesunde massenhafte Fleischkonsum von der Politik nicht weiter propagiert und subventioniert werden, um die Überproduktion zu entsorgen.

    Bilder von der Tierfabriksbesetzung (Copyright: landa@tierschutz.cc):



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    Anhang: Auch Behörden gegen Tierquälereien machtlos (Aussendung vom 2. Juni)

    Dr. Friedrich Landa
    Dachverband der oö. Tierschutzorganisationen
    +43 66 43 43 43 66



    Neukirchen/E., am 16.6.2001


    Trotz mehrfacher Gesetzesverstöße darf der Schweinehalter Beckerle weiterhin Schweine quälen:

    VgT besetzte Schweinefabrik Beckerle in OÖ

    Heute vormittag um 10 Uhr besetzten 15 AktivistInnen des Vereines gegen Tierfabriken (VgT) die Schweinefabrik des Adolf Beckerle in Neukirchen/Enknach, OÖ, 5145 Burgkirchen. Aktivisten kletterten auf eines der Dächer der riesigen Tierfabrik und entrollten ein Transparent mit der Aufschrift "Gequält – gedopt - stoppt Tierfabriken". Darunter standen 3 "unschuldige Tierärzte" mit Masken, "bewaffnet" mit Antibiotika-Flaschen, Spritzen und Koffern mit herausschauenden Geldscheinen.

    Herr Beckerle erschien persönlich und behauptete, bei seinen Schweinen sei "alles in bester Ordnung", sie würden weder gequält noch mit Antibiotika behandelt. Fotos und Videoaufnahmen, die dem VgT zugespielt wurden, zeigen allerdings das Gegenteil. Außerdem seien "alle Auflagen der Behörden erfüllt" und neue Schweine werden wieder eingestallt.

    Bei dieser Monster-Tierfabrik handelte es sich noch dazu um einen der größten Lieferanten von Schweinefleisch an die Supermarktketten "Billa" und "Merkur": Der Name "Adolf Beckerle" prangte damals auf etlichen Fleischpaketen unter dem schönen Namen "Bauernhofgarantie", welche mittels bunter Hochglanzprospekte eine Schein-Idylle mit Tieren auf saftigen Wiesen in strahlendem Sonnenschein vorgaukelt. Etwas, was die Schweine des Herrn Beckerle niemals in ihrem Leben zu Gesicht bekommen, die in fensterlosen Baracken auf Vollspaltenböden dahin vegetieren müssen. Inzwischen wurde, auf unser Betreiben hin, dieser Betrieb aus den Regalen der genannten Supermarktkette genommen...

    Weitere Details über diesen Betrieb sind mittlerweile ans Licht der Öffentlichkeit gelangt: Seit 1998 soll Beckerle großteils illegale Medikamente im Wert von über S 2 Millionen vom berüchtigten Autobahn-Tierarzt Andreas Gruss bezogen haben. Der Vertrieb der Medikamente soll nicht nur über Kofferraum-Importe, sondern auch über einen Container am Terminal Wels abgewickelt werden: hier bedienen sich diverse Zwischenhändler, um es unauffällig in die Ställe zu bringen. Insgesamt wurden in den letzten 4 Jahren allein in OÖ 27 Anzeigen wegen Medikamentenmissbrauchs betreffend 800 kg (!) gesundheitsgefährdender bzw. verunreinigter Inhaltsstoffe eingebracht. Derzeit bezieht Beckerle seine Antibiotika im großen Stil vom Tierarzt Reinald Aschenbrenner aus Obernberg/Inn, was die Videoaufnahmen eindeutig belegen.

    Wann werden Politiker und Behörden auf diese Skandale endlich reagieren und diesen Betrieb schließen?

    Rückfragehinweis: Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, 02774/8813 oder 0676/7082434


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