BSE-RisikoRinder am Schlachthof Linz

    Import aus BSE-Risiko-Ländern

    Mehr als 300 Millionen Tiere werden pro Jahr länderübergreifend kreuz und quer durch die EU transportiert. Die dafür notwendigen LKW ergeben aneinandergereiht eine 4.300 km lange Kolonne. In Linz konnten gestern, Mittwoch, 5. Dez., 7 Uhr früh, gleich drei riesige ausländische LKW (siehe Bilddokumentation) beim Großschlachthof Handlbauer observiert werden.

    Bei Nacht und Nebel

    Die Konsumenten und Bauern sollten von den Schlachtrindereinfuhren besser nichts erfahren. Denn mit den Tieren könnte auch BSE nach Österreich importiert werden. In Deutschland wurde diese Woche der 125. BSE-Fall bekannt! Welchen Sinn macht es, die Sicherheit vor BSE damit zu begründen, dass in Österreich nie Tierkadaver an Rinder verfüttert werden durften, wenn Schlachttiere aus BSE-Risiko-Ländern zugekauft werden?

    Werbung für ausländisches Fleisch?

    Einige Bundesländer, darunter auch Oberösterreich, finanzierten mit Steuermitteln großzügigste Werbung für Rindfleisch. Wegen der LKW-Ladungen ausländischer Tiere an heimischen Schlachthäusern lässt sich fragen: Finanzieren die Landesregierungen eine Werbung für ausländisches Rindfleisch? Warum kaufen die Schlachthäuser ausländische Tiere?

    Um drei Schilling billiger

    Die heimischen Bauern klagen über den Preiskampf. Geschäftsleiter Gerald Hellweger von der Salzburger Vieh- und Fleisch-Vermarktungs GmbH erklärte, dass in Deutschland der Fleischpreis um ein paar Schilling niedriger liegt als in Österreich. Der kleine Unterschied summiert sich, und da kaufte der Raiffeisen-Schlachthof Salzburg/Bergheim so manche Ladung Jungstiere günstiger im Ausland und ließ sie aus Deutschland anliefern.

    Was nicht auf BSE getestet, wird als "sicher" vermarktet

    Man braucht sich kaum Sorgen zu machen, dass jemals in Österreich ein BSE-Fall groß in die Öffentlichkeit kommt. Schließlich sind es dieselben Verantwortlichen, die für Rindfleisch Werbung machen lassen und die die Tests anordnen. Es besteht kaum Gefahr, dass ein importierter BSE-Fall publik werden könnte. Denn erst ab einem bestimmten Alter werden die Tiere auf BSE getestet.

    Krankhafter Fleischüberkonsum

    Ist es nicht unverantwortlich, dass Politiker für Fleisch Werbung machen, wenn bereits ein Teil der österreichischen Bevölkerung unter dem übermäßigen Fleischkonsum (Zivilisationskrankheiten wie Gefäßverengung, Gicht, Krebs usw.) leidet? Durch Werbung, die mit Steuergeldern finanziert wird, soll die Bevölkerung dazu gebracht werden, das zu entsorgen, was durch eine verfehlte Agrarpolitik zuviel produziert wird. Warum wird die Fleischproduktion so massiv von den Politikern gefördert, wenn die Vermarktung unterstützt werden muss und Fleischkonsum ein schwer abschätzbares Gesundheitsrisiko darstellt?

    Internationale Tiertransporte weiter subventioniert

    Im Oktober hatte das EU-Parlament jene 58 Millionen Euro (798 Millionen Schilling) aus dem Haushaltsentwurf 2002 der Kommission gestrichen, die für die Förderung des Transportes von Lebendtieren vorgesehen waren. Dadurch wäre die wesentliche finanzielle Basis für den Transport von rund 300.000 europäischen Schlachttieren pro Jahr weggefallen.
    Die Finanz- und Landwirtschaftsminister der 15 Mitgliedsländer haben den Beschluss des demokratisch gewählten EU-Parlaments jedoch ignoriert und weitere Subventionen für Lebendtiertransporte beschlossen. Damit wird diese unerträgliche Tierquälerei weiter mit den Steuergeldern der EU-Bürger subventioniert.

    Schwerste Mängel beim Transport von Tieren

    Zu welchen Tierschutzproblemen es kommt, bestätigt ein Bericht der EU-Kommission: Ungeeignete Fahrzeuge, unzulässige Transportpläne, Nichteinhaltung der Fahrzeitbeschränkungen, unsachgemäßer Umgang mit Tieren, Verbringung nicht transportfähiger Tiere, unzureichende Belüftung von Transportern, Überladung, mangelnde Kontrolle bei der Zulassung von Tiertransportunternehmen. 2/3 aller Tiertransporte weisen Mängel auf , davon die 1/2 Dokumentationsmängel (Bescheinigungsmängel), 1/3 tierschutzrelevante Mängel (Betreuungsmängel, Versorgungsmängel und Sachunkenntnis). Richtlinien sind inkonsequent und ineffektiv - nur wenige Länder kontrollieren.

    Bilddokumentation:

    Drei deutsche Tiertransporter beim Schlachthof Handlbauer Linz. (5. Dez. 2001)






    Dr. Friedrich Landa
    Tierschutz-Dachverbandspräsident
    +43 66 43 43 43 66


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