Aus TierKZ gerettetes Schwein schwer krank

    Das aus dem Schweinekonzentrationsbetrieb Beckerle in Oberösterreich gerettete Schweinchen ist schwer krank. Am rechten Hinterbein hat es offene Wunden, die durch die schreckliche Haltung ohne Einstreu entstanden sind. Es leidet an einer akuten Lungenentzündung. Weiters wurden am ganzen Körper Rötungen, am Ohr und am Hals Blutergüsse, jede Menge Parasiten, eine Augenentzündung sowie totale Unterernährung diagnostiziert.

    Lebensgefährlich krank

    Es mussten Schmerzmittel und Antibiotika verabreicht werden. Die Wunden wurden gereinigt und mit Heilsalbe versorgt. Die das Tier bei der Rettungsaktion erstversorgende Tierärztin hatte erklärt, das Schwein hätte in der Tierfabrik nicht mehr lange überlebt. Die Schweinemäster würden derartige Ausfälle miteinkalkulieren. Das gerettete Tier wird nun am "Gnadenhof für alle Tiere" von Familie Preiss und von Tierarzt Dr. Steinhauser bestmöglich betreut.

    Sogleich Freunde gefunden

    "Schweinchen Baberle" lebt jetzt zusammen mit zwei gleichgroßen Hängebauchschweinen auf duftendem Stroh.

    Zum Schlafen bauen sich die drei Freunde ein Nest und kuscheln sich eng aneinander. Frau Preiss kocht jeden Tag extra einen Brei für das Schweinchen, damit es wieder zu Kräften kommt. Die Schweine am Gnadenhof werden nicht geschlachtet! Wer käme denn auf die Idee, wenn erst einmal eine persönliche Beziehung zu solch entzückenden Tieren aufgebaut wurde, seine Freunde zu essen?

    Teure Behandlungen

    Die medikamentöse Behandlung mit Novalgin, Cortison, Baytrill, Ivomec, Dexa, Euphelin, Wundversorgung alle 3 Std. nach Reinigung der Wunden mit Betaisodona flüssig und Heilsalbe ist für den "Gnadenhof für alle Tiere" (Tel. 07745 8967) eine zusätzliche finanzielle Belastung. Spenden erbeten an Sbg. Sparkasse Kto. Nr. 64139 BLZ: 20404 Kennwort: "Schweinchen Babe..."

    Beschlagnahme, damit das Tier nicht an den Mastbetrieb zurückgegeben werden muss

    Auch der für den Bezirk Braunau zuständige Amtstierarzt Dr. Josef Stöger hat Schweinchen Baberle besucht und - damit dem Gnadenhof wegen des aus einer Tierfabrik geretteten Schweinchens nicht mit Strafverfolgung gedroht werden kann - das schwer kranke Tier aufgrund des Gesundheitszustandes für beschlagnahmt erklärt.

    Bei lebendigem Leib Bein abgefault

    Über die Zustände in der Tierfabrik Beckerle hatte Amtstierarzt Dr. Stöger vor Gericht ausgesagt, ein Ferkel hätte ein derart geschwollenes Bein gehabt, dass es bereits zu faulen begonnen habe: "Man kann doch die Tiere nicht einfach liegen lassen, bis sie sterben."

    Schweinequälerskandal beim SCHWEINEPRODUKTIONSTAG Wels

    Am 13. Februar, bei einem Treffen der Schweinemäster in der Stadthalle Wels, war von Vertretern des Tierschutzes unter Beisein von Bundesminister Haupt aufgezeigt worden, wie unter "Bauernhofgarantie" und in den Schlachthäusern im "Feinkostladen Österreich" die Tiere zu Tode gequält werden.

    Skandalöses Gerichtsurteil

    Wenn ein Amtstierarzt bei der Gerichtsverhandlung aussagt, dass den Tieren bei lebendigem Leib die Glieder abfaulen und man sie doch nicht verrecken lassen kann und der Richter spricht den Schweinemäster vom Vorwurf der Tierquälerei frei und der Staatsanwalt erhebt dagegen keine Berufung - dann wird sich kaum noch einmal ein Tierarzt finden, der sich gegen Tierquälereien und für die Einhaltung von Tierschutzbestimmungen in der Nutztierhaltung einsetzt!

    Tierquälereien gehen weiter

    Nur wenn Tierschutzorganisationen in die Kontrolle von Tierhaltung und Schlachthäusern eingebunden werden, können die Missstände aufgedeckt und abgestellt werden. Weil das Gericht den Schweinemäster freigesprochen und der Staatsanwalt gegen das skandalöse Urteil keine Berufung eingelegt hat, haben sich beherzte Tierschützer zu der Rettungsaktion entschlossen.

    Bilder von der Rettungsaktion Sa. 9. Jän. 2002
    Bilddokumente aus dem Schweinemast-KZ: Jän/Feb 2002

    Dr. Friedrich Landa
    Tierschutz-Dachverbandspräsident
    +43 66 43 43 43 66


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