Landwirtschaftsminister Molterer über Tierquälereien in der Nutztierhaltung informiertLandwirtschaftsminister Mag. Wilhelm Molterer wurde nach der AGRARIA-Eröffnung der Welser Messe beim TAIEX-Seminar "Qualitätssicherung in der Schweineproduktion im Hinblick auf die EU-Erweiterung" über das vom Tierschutz-Dachverband angestrebte EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen die Republik Österreich wegen Tierquälereien in der Nutztierhaltung informiert. Dokumentationen der Tierquälereien für EU-Vertragsverletzungsverfahren"Wurde das schon abgeschickt?" erkundigte sich Molterer mit sorgenvollem Blick. Mit der Dokumentation der Tierquälereien in der Nutztierhaltung konfrontiert, meinte der völlig widersprüchlich auch für Tierschutz zuständige Bundesminister, er habe den Eindruck gehabt, in Oberösterreich funktioniere die Kontrolle gut. Hier ist zu sehen wie Tieren in OÖ bei lebendigem Leib die Glieder abfaulten: ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Landwirtschaftskammer kann gegen Tierquäler nicht vorgehenDr. Josef Gruber, in der Landwirtschaftskammer OÖ für Tierzucht zuständig, erklärte nach seinem Referat "Das Tierzuchtrecht in Österreich und seine organisatorische Umsetzung im Hinblick auf die Schweinezucht und Qualitätserzeugung" zu den Missständen, dass es sich dabei um schwarze Schafe handle. Die Landwirtschaftskammer könne dagegen nichts unternehmen, da sie sich als Serviceleister für die Bauern verstehe und deshalb nicht gegen die eigenen Mitglieder vorgehen könne. Da der Tierschutz nach dem Medikamentenskandal gerade neu recherchiert, wie auch in anderen Betrieben die Nutztiere gequält werden, bekommt Dr. Grubers Aussage "schwarze Schafe gibt es überall" eine besondere Bedeutung. Messe-Besuchern wird ein falsches Bild gezeigtAlle Schweine auf der AGRARIA-Messe in Wels waren in Stroh gebettet - wie die Masttiere in der harten Wirklichkeit der konventionellen Landwirtschaft für die Fleischproduktion ausgebeutet werden, soll der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Medien können über Nutztierhaltung nicht frei berichtenAm Rande der Welser Messe erklärte ein freier Journalist, der für mehrere Zeitungen schreibt, dass es kaum möglich sei, bei den Medien Artikel über die Qualen der Nutztiere unterzubringen, weil wegen der massiven Werbung von Landwirtschaft und Fleischindustrie - zB anlässlich der Welser Messe - kaum eine kritische Information der Konsumenten erwünscht sei. Das nennt sich "unabhängige" Berichterstattung. Beitrittsstaaten sollen Missstände übernehmenDurch das TAIEX-(Technical Assistance Informaion Exchange)-Seminar sollen die zum Großteil aus den EU-Beitrittsbewerbern stammenden Fachleute dazu angehalten werden, sich an Österreichs Nutztierhaltung ein Beispiel zu nehmen. Während in den fortschrittlichen EU-Staaten mühsam versucht wird, die Fehlentwicklungen in der konventionellen Landwirtschaft wieder rückgängig zu machen, werden die Missstände in der EU-Massentierhaltung in die Beitrittsstaaten exportiert. Bauernsterben in ÖsterreichWenn in den ehemaligen Ostblockländern genauso Massentierproduktion betrieben wird, ist das nicht nur für die Tiere eine Qual - die österreichischen Bauern werden daran zugrunde gehen: Auf der ungarischen Scholle, der polnischen usw. lässt sich kostengünstiger als in Österreich Futtermais anbauen. Das wird zu einer, den ganzen EU-Raum überschwemmenden künftigen Schweinemassenüberproduktion führen, die dann - ähnlich wie bei der Rinderüberproduktion - mit Hilfe teurer EU-Subventionen und durch qualvolle Tiertransporte in Drittländer entsorgt werden muss. Qualität statt selbstmörderischer QuantitätVon den ö. Bauern wird unter der künftigen EU-internen Konkurrenz nur überleben, wer seine Produktion in den Osten verlegt; wie jener ö. Seminarteilnehmer, der gerade eine Schweinehaltung mit 12000 Tieren in Ungarn aufbaut, oder wer wirkliche Qualität, dh. letztlich biologisch produziert. Zuchttiere besser behandelt als Mast- und SchlachtviehDen Teilnehmern des TAIEX-Seminars wurde die Besamungsanstalt Steinhaus und ein Schweinezuchtbetrieb in Wartberg an der Krems gezeigt. Wie bei den Zucht- im Gegensatz zu den Schlachttiertransporten fällt auch in der Schweinehaltung der enorme Unterschied in der Behandlung auf, jenachdem ob es sich um wertvolle Tiere für die Zucht oder aber Mast handelt. "Um guten Samen zu erhalten, müssen deine Saubären gut behandelt werden", erklärte SZV-GF Dr. Knapp bei der Führung. Jeder der 172 Zuchteber der Besamungsstation Steinhaus hat 9,82 m2 Platz und liegt auf Stroh. Tierschutz, der sich bezahlt machtBeim Schweinezuchtbetrieb der Familie Schlattl fragte ein Seminarteilnehmer aus NÖ, ob gegen eine solch vorbildliche Tierhaltung der Tierschutz irgendetwas einzuwenden habe. Das ist für einen Tierrechtler ähnlich, wie wenn nichts etwas dagegen einzuwenden sei, wenn Menschen in sauberen Zellen mit genügend Nahrung unschuldig gefangen gehalten werden. Stadtmenschen mit mehr Einfühlungsvermögen als die BauernDie Bauern sehen ihre Nutztiere in erster Linie als Mittel zum Zweck Geld damit zu verdienen und beachten zu wenig, dass Tiere empfindsame Lebewesen mit arttypischen Bedürfnissen sind. Dies war offensichtlich den Wiener Dolmetscherinnen völlig klar, als sie auf der Heimreise Dr. Knapp fragten: "Sagen Sie, ist den Tieren in den Ställen nicht langweilig?" Die Gier der Menschen raubt den Tieren ihre LebensqualitätSchweine, die frei in einem Waldgebiet leben, tragen mit dem Maul Gräser, Blätter und Zweige zusammen und bauen sich ca. 3 m im Durchmesser große und 80 cm tiefe Nester, um darin ihre Jungen zur Welt zu bringen oder sich für die Nacht zusammenzukuscheln. Die Tierquälerei ließe sich einsparenDie Massenhaltung in den Tierfabriken ist - abgesehen von der Tierquälerei und den gesundheitlichen Risken durch zuviel tierischen Fettkonsum - grundsätzlich auch ein ökonomischer Wahnsinn: Es wäre möglich, 10 Mal soviel gesunde und wohlschmeckende Lebensmittel für alle Menschen dieser Erde preisgünstig herzustellen... Rein pflanzliche Vrankfurter-Vürstel...wenn die - zum Teil aus den Entwicklungsländern importierten - wertvollen Futtermittel nicht in der Massentierhaltung verfüttert werden, sondern direkt aus dem Getreide veganes Vleisch, Vurst und Visch hergestellt wird. Dr. Friedrich Landa |
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