Bundesminister belügt Bevölkerung auf offener Straße

    Der "Verein gegen Tierfabriken" informiert zur Zeit in ganz Österreich über die Tierquälerei bei der Aufzucht von Masthühnern. So geschehen am 16. und 17. Oktober am Linzer Taubenmarkt. Vier Häuser weiter betrieb Bundesminister Molterer Wahlkampf und verteilte warme Händedrucke an die Passanten.

    Landwirtschaftsminister zum Tierschutz eingeladen

    Der ÖVP-Politiker wurde gebeten: "Herr Landwirtschaftsminister, bitte besuchen Sie unseren Tierschutz-Informations-Stand!" Der Minister erkundigte sich worum es sich handelt. "Eine Aktion des VgT: Gegen Tierfabriken."
    "In Österreich gibt es keine Tierfabriken", behauptete der Landwirtschaftsminister, von einem Fernsehteam und Passanten umringt, auf offener Straße.

    Molterer lügt: "In Österreich gibt es keine Tierfabriken!"

    Mit dieser Behauptung ist er an den Richtigen gekommen! Tierschutz-Dachverbandspräsident Dr. Landa entgegnete: "Herr Landwirtschaftsminister, wie Sie wissen, prüft die EU-Kommission zur Zeit die Einleitung eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens, weil in Österreichs Tierfabriken bei lebendigem Leib den Tieren die Glieder abfaulen! Wie können Sie behaupten, dass es in Österreich keine Tierfabriken gibt?"

    Verantwortungslose Politiker

    Was sind das für Politiker, die die Bevölkerung derart für dumm verkaufen wollen? Wie bei Temelin und EU-Osterweiterung so auch bei der Nutztierhaltung werden die Probleme einfach ignoriert. Die ÖVP verleugnet, was sie den Tieren durch ihre Agrarpolitik antut!

    Verhöhnung von Konsumenten- und Tierschutz

    Das ist unverantwortlich den Konsumenten gegenüber und eine Gemeinheit gegen die Tiere, die in österreichischen Tierfabriken zu Tode gequält werden. Schon seit Jahren dokumentiert der Tierschutz diese Missstände. Kein Wunder, dass sich an den katastrophalen Haltungsbedingungen nichts ändert und die Tiere weiter elendiglich zu Grunde gehen, wenn der Landwirtschaftsminister die Tatsachen verleugnet.

    Wie empfindungslose Produktionsmittel behandelt

    Der Begriff "Tierfabriken" bezeichnet eine Tierhaltung, in der die Tiere so weit als möglich vollautomatisiert versorgt werden. Fütterung, Tränke, Kotbeseitigung usw. erfolgt maschinell. Die Tiere werden meist in Massen gehalten und erhalten kaum eine individuelle Betreuung. Die namenlosen Tiermassen werden genutzt, als wären sie Maschinen in einer Fabrik. Nicht wie empfindungsfähige Lebewesen werden die Tiere behandelt, sondern sie gelten vor allem als Produktionsmittel.

    Ohne Rücksicht auf Verluste ausgebeutet

    Auf der einen Seite des Erzeugungsvorganges wird Input zugeführt und es geht vor allem darum, möglichst kostengünstig massenhaft tierische Produkte mit Gewinn herzustellen. Die Lebensqualität und artspezifische Bedürfnisse der Tiere werden kaum beachtet. Lässt die Leistung einer Produktionseinheit nach, wird sie durch eine neue ersetzt. Kranke Tiere werden nicht behandelt, sondern getötet, wenn die Behandlung teurer käme als ein Austausch.

    Massentierhaltung: Probleme von Einzeltieren nicht wahrgenommen

    Aus Anlass des Projektes "Tierschutz im Unterricht" wurde in der Broschüre "Landwirtschaft und Tierschutz" von Landwirtschaftskammer und Tierschützern gemeinsam der Begriff "Massentierhaltung" definiert (Seite 8): "Massentierhaltung: Haltung einer großen Zahl von Nutztieren, in der Probleme von Einzeltieren nicht mehr wahrgenommen werden..."

    Aktion zur Beendigung der Tierquälereien

    Über das Leid in den Tierfabriken wurde am Informationstisch des VgT am abschreckenden Beispiel "Masthähnchen" in Flugblättern und auf Video informiert. Bilder vom VgT-Infostand und Minister Molterer am 16. 10 Linz/Landstraße unter
    www.tierschutz.cc/bilder/mast/huhn.html

    Dokumentation für EU-Vertragsverletzungsverfahren

    Die Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherschutz prüft derzeit das Ansuchen des Tierschutz-DV auf ein EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen die Republik Österreich wegen Nichteinhaltung von EU-Richtlinien bei Tierhaltung und Schlachtung unter dem Aktenzeichen SG(02.) A/9/92. Folgende Dokumentationen wurden der EU-Kommision zur Verfügung gestellt:

    Im Februar 2001 konnte aufgedeckt werden, wie hier unter "Bauernhofgarantie" Tiere in einer Tierfabrik zu Tode gequält wurden:www.tierschutz.cc/bilder/fleischskandal/bauernhofgarantie.html


    Einige Monate später wurden bei einer weiteren Recherche erneut schwere Tierquälereien dokumentiert: www.tierschutz.cc/bilder/tierhaltung/oberoesterreich.html


    Hier ist zu sehen wie den Tieren bei lebendigem Leib die Glieder abfaulten. Bilddokumente aus dem Schweinemast-KZ nach dem Gerichtsurteil: Jän/Feb 2002 http://www.tierschutz.cc/bilder/schweine/qual.html


    Bilder vom August 2002 http://www.tierschutz.cc/bilder/schweine/august/2002.html

    Bilder zur Schlachthausdokumentation www.tierschutz.cc/bilder/rinderschlachtung.html

    Beim Infostand lagen 2 Unterschriftenlisten zur Beseitigung der Missstände in A und der EU auf:

    "Petition an den EU-AGRARMINISTERRAT FÜR EIN VERBOT DER MASSENTIERHALTUNG VON MASTHÜHNERN
    Jedes Jahr werden EU-weit 4 Milliarden Masthühner (also für die Fleisch-
    nicht für die Eierproduktion) aufgezogen, getötet und gegessen. Allein in
    Österreich werden über 63 Millionen Masthühner geschlachtet. Die meisten in
    intensiver Massentierhaltung. Sie werden in riesigen, stark überbelegten,
    fensterlosen Hallen gehalten.
    Masthühner wurden in den letzten Jahren so überzüchtet, dass sie in nur 41
    Tagen ihr Schlachtgewicht erreichen. Das ist doppelt so schnell als noch vor
    30 Jahren. Ihre Beine, ihr Herz und ihre Lungen können mit dem extrem
    raschen Körperwachstum nicht Schritt halten. Als Folge leiden in der EU
    jährlich Millionen Hühner unter schmerzhaften Beinverkrümmungen oder sterben
    an Herzkrankheiten.
    Es gibt bis dato keine detaillierten und ausreichenden Gesetze zum
    Schutz der Masthühner - weder in der EU noch in Österreich. Folgerichtig
    appellieren wir, die Unterzeichnenden, sowohl an die österreichischen
    Gesetzgeber, als auch an den EU-Agrarministerrat, endlich geeignete Gesetze
    für eine Beendigung der Intensivtierhaltung von Masthühnern zu beschließen.
    Verein gegen Tierfabriken"

    Dr. Friedrich Landa
    Tierschutz-Dachverbandspräsident
    +43 66 43 43 43 66


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