Der Tierschutz-Dachverband ersucht die
EUROPÄISCHE KOMMISSION zu prüfen, ob AMA-"Güte"siegel und
"Bauernhofgarantie" für tierische Produkte wie Fleisch, Wurst usw.
gegen das Gemeinschaftsrecht verstoßen. Im Tierschutzunterricht glauben die
meisten Jugendlichen, dass tierschutzgerechte Lebensmittel durch das
AMA-"Güte"siegel gekennzeichnet sind.
AMA-Zeichen steht für
Herkunft aus Österreich
Die EU-Kommission möge prüfen, ob das
AMA-Zeichen überhaupt als "Gütesiegel für höchste Qualitätsanforderungen"
bezeichnet werden kann und ob es sich dabei nicht vor allem um ein
Herkunftszeichen handelt, das Produkte kennzeichnet, die aus Österreich
stammen. Wenn dem so ist, werden ausländische Produzenten
durch das AMA-"Güte"siegel diskriminiert, weil es nur für österreichische
Produkte vergeben werden kann.
Verknüpfung von Herkunft und
Qualität unzulässig
Nach dem EU-Gemeinschaftsrecht ist eine
Verknüpfung von Herkunft und Qualität nicht mit den EU-Gesetzen konform. Dies
gilt insbesondere, wenn die so gekennzeichneten Produkte direkt oder
indirekt staatlich gefördert werden. Denn dadurch würden Produkte aus
anderen EU-Staaten unzulässig benachteiligt.
Beste Qualität nur vorgetäuscht
Die EU-Kommission möge prüfen, ob
durch die staatlich geförderte AMA-Werbung beim Konsumenten der Eindruck
erweckt wurde, als ob die Produkte nur deshalb als beste Qualität
angepriesen werden, weil sie aus Österreich stammen und dadurch alle
anderen Produkte, zB aus Bayern, benachteiligt werden.
Informationsarbeit an den
Schulen
Im Tierschutzunterricht wird über Güte-
und Herkunftszeichen - und was sie wirklich aussagen - informiert. Die
meisten Jugendlichen glauben, dass tierschutzgerechte Lebensmittel als
solche für den Konsumenten durch das AMA-"Güte"siegel
gekennzeichnet sind. Was nützt alle Aufklärungsarbeit in der Schule, wenn
die Menschen durch die tagtägliche Werbung irregeführt wurden?
Irreführung der
Konsumenten
In der Werbung der AMA wurden
jahrelang Rinder in Mutterkuhhaltung und Schweine auf Stroh gezeigt. Bei
vielen Konsumenten wurde so der Eindruck erweckt, als würden
AMA-Produkte in artgerechte Tierhaltung produziert. Die Realität in
der Massentierhaltung in Österreich ist eine ganz andere!
70% der Konsumenten glauben
AMA steht für artgerechte Tierhaltung
Diese Ergebnisse gehen aus einer vom
Marktforschungsinstitut Fessel-GfK durchgeführten Befragung hervor. Etwa
70% der Befragten verbinden mit dem AMA-"Güte"siegel fälschlicherweise
Kriterien wie artgerechte Tierhaltung und Verbot von Massentierhaltung.
Verbot des AMA-"Güte"siegels
durch die EU-Kommission
Die Vortäuschung falscher Tatsachen -
vor allem in Bezug auf artgerechte Tierhaltung - ist durch die langjährige
irreführende Werbung der AMA schon so fest in der Bevölkerung verankert,
dass diese Fehlinformation nur duch ein Verbot der weiteren Verwendung des
AMA-"Güte"siegels wieder rückgängig gemacht werden kann.
AMA schadet
Bio-Bauern
AMA-Werbung für
Fleisch irreführend?
Seit Jahren wurde in der
AMA-Werbung durch Aussagen wie, das AMA-"Güte"siegel sei
"die höchste Auszeichnung für beste Lebensmittelqualität",
der Eindruck erweckt, Produkte mit dem AMA-"Güte"siegel seien
höchste Qualität. Warum sollten da die Konsumenten noch einen höheren
Preis für Bio-Lebensmittel bezahlen? Wenn AMA-Produkte in der Werbung
so dargestellt werden, als handle es sich dabei um Produkte aus
biologischem Anbau, werden weniger Konsumenten die echten
Bio-Lebensmittel kaufen.
Konsumenten
verwechseln AMA- mit BIO-Produkten
Der Bundesobmann des
Ernteverbandes Sepp Ortner hat darauf hingewiesen, "dass die
Konsumenten durch Stil und Aussagen in der Werbung für das
AMA-"Güte"siegel so getäuscht werden, dass ca. 40% der
Befragten glauben, das AMA-Gütesiegel sei ein Erkennungszeichen für
Bioprodukte." Aus einer vom Marktforschungsinstitut Fessel-GfK
durchgeführten Befragung geht auch hervor: Mehr als zwei Drittel
der Konsumenten glauben, dass Produkte mit dem AMA-"Güte"siegel
aus biologischer Landwirtschaft stammen.
Bio-Produkte von höchster
Quälität
Den Bio-Bauern wurde durch die
konsumententäuschende AMA-Werbung arg zugesetzt! Für die tatsächlich
so gut es geht mit der Natur produzierenden Bio-Bauern kann diese
Verwechslung den wirtschaftlichen Ruin bedeuten. Viele Bio-Bauern haben
wieder aufgehört, ökologische Lebensmittel herzustellen, weil sie für
ihre höchstwertigen Lebensmittel nicht den entsprechenden höheren
Preis erzielen konnten.
AMA-Biozeichen ohne
Qualität und Güte-Bezeichnung
Besonders irreführend für den
Konsumenten ist, dass es neben dem rot-weiß-roten "AMA-Gütesiegel"
noch ein rundes "AMA-Biozeichen" für Produkte aus
biologischer Landwirtschaft gibt. Für das AMA-"Güte"siegel
entscheidend sind laut einer Informationsschrift der AMA "Herkunft
+ Qualität". Beim AMA-Biozeichen, das in der gleichen Broschüre
vorgestellt wird, ist weder von Qualität, noch von Güte die Rede. Hier
steht "Bio" lediglich für Umweltschutz.
Fleisch-Werbung von Bundesländern mitfinanziert
Zuviel Fleischkonsum
kann Gesundheit gefährden
AMA-Werbung für Fleisch wurde
von von einigen Bundesländern mitfinanziert. Mit Steuergeldern
subventioniert sollte der Bevölkerung eingeredet werden, noch mehr
Fleisch zu konsumieren, obwohl Ärzte und Ernährungswissenschaftler
davor warnen, dass schon zuviel Fleisch gegessen wird und zuviele
tierische Fette die Gesundheit gefährden können.
In der aktuellen Werbung der AMA
wird mit nacktem Menschenfleisch für Schnitzel geworben!
Bio ohne ausdrücklich
"bio" zu sein?
In der Sonntags
Rundschau wurde die Bevölkerung in einer
"Anzeigenreportage", die mit "Land Oberösterreich"
gezeichnet war, in irreführender Weise über
"heimisches Fleisch" informiert: Die Anzeigenreportage
behauptete: "Die Tierhaltung... der überwiegenden Mehrheit
der oberösterrreichischen Rinderbauern erfüllen ja bereits die
meisten Bio-Auflagen, ohne ausdrücklich 'bio' zu sein."
Damit wird die Bio-Qualität relativiert, indem so getan wird, als
sei fast alles, was aus der Heimat kommt, so gut wie BIO.
Zu Tode gequälte
"Nutz"-Tiere
Österreichs Nutztiere
leben nicht auf einer Insel der Seligen
Fast alle Schweine und Rinder, die in
Österreich zur konventionellen Fleischerzeugung gemästet werden, müssen
ihr Leben auf einstreulosen Spalten-Böden verbringen. Der Tierschutz
konnte dokumentieren, wie Tieren in österreichischen Tierfabriken unter
"Bauernhofgarantie" bei lebendigem Leib die Glieder abfaulten.
Landwirtschaftsminister
verleugnet Tierfabriken
Landwirtschaftsminister Molterer wurde
über die Missständen informiert. Er entgegnete mit der kühnen Behauptung:
"In Österreich gibt es keine Tierfabriken!" Aufgrund dieser
Ignoranz dauern die Tierquälereien in der Nutztierhaltung an.
AMA-Tiere im
AMA-Schlachthaus zu Tode gequält
Für "Tierschutz im
Unterricht" konnte dokumentiert werden, wie in einem
AMA-zertifizierten Schlachthof AMA-Stiere beim Schlachten aus der Betäubung
aufwachten und an einem Bein am Fließband hängend bei vollem Bewusstsein
zu Fleisch verarbeitet wurden, das die Stempelung "für das AMA-Gütesiegel
bestimmte Ware" erhielt.
Herkunftsicherung
unsicher
Für AMA und
"Bauernhofgarantie" wird behauptet, dass die Herkunft des
Fleisches lückenlos bis an den Ursprung rückverfolgbar ist. In der
Schlachthausdokumentation aus einem oö. Schlachtbetrieb wurde auch
aufgezeigt, dass in der Herkunftsicherung eine böse Lücke klaffte.
Bei lebendigem Leib
das Ohr abgeschnitten
Die Tiere werden zwar mit
Ohrenmarken gekennzeichnet angeliefert. Aber wie auf der
Schlachthausdokumentation zu sehen ist, wurde dem Tier noch bei
lebendigem Leib das Ohr mitsamt der Ohrenmarke abgeschnitten, während es
sich beim Ausbluten unter Todesqualen wand und entsetzlich brüllte.
Abgeschnittene Ohren
vertauscht
Das abgeschnittene Ohr wurde von
dem Schlächter zu anderen abgeschnittenen Ohren auf eine Tribüne gelegt.
Später nahm ein weiterer Schlachthausmitarbeiter eines von mehreren
herumliegenden Ohren, steckte es in einen Plastiksack und hängte
diesen auf einen Schlachtkadaver. Am Ende des Fließbandes identifizierte
der Veterinärkontrolleur die Leichenteile anhand der in Plastiksäcken
angehängten Ohrenmarken.
Keine Rückverfolgbarkeit
Wozu das ganze Getue um die
Kennzeichnung durch AMA-Ohrenmarken und die Rückverfolgbarkeit bei
Bauernhofgarantie, wenn die Ohren im entscheidenen Moment
abgeschnitten wurden und getrennt vom restlichen Schlachtkörper, den
sie eigentlich kennzeichnen sollten, lose mit anderen markierten
Ohren im Schlachthaus herumlagen? Kein Wunder, dass beim ersten
BSE-Fall in Österreich die Rückverfolgung voll daneben ging!
Keine
ausreichende Kontrolle
Agrar-Lobby
kontrolliert sich selbst
Wie kann es sein, dass
trotz Kontrolle bei den Tierschutz- und Hygienevorschriften solche
Missstände zu finden sind? Wie ist es möglich, dass, wenn in einem
Schlachthaus für "Tierschutz im Unterricht" ein Video gedreht
wird, gleich mehrere Fleischskandale aufgedeckt wurden? Die Tierschutz-
und Hygienekontrollen beim Schlachten müssen völlig unzulänglich
gewesen sein!
Tier- und
Konsumentenschutzbestimmungen ignoriert
Bauern, Viehhändler, Schlächter
und Schlachthausbetreiber waren sich in keiner Weise bewusst, dass sie
sogar vor laufender Kamera immer wieder Tier- und
Konsumentenschutzbestimmungen verletzten! Schlachthaustierärzte, die
den Tierschutz und die Kontrolle ernst nahmen, wurden von den
Schlachthausbetreibern gekündigt. Deshalb sollten Kontrollen zur
Einhaltung der Tierschutzbestimmungen nicht von der Agrar-Lobby selbst,
sondern von EU-Behörden oder Vertretern des Tierschutzes durchgeführt
werden!
Dokumentationen
1) AMA-"Güte"siegel
: Was AMA-Werbung für Fleisch behauptete und was im
Gegensatz dazu in den AMA-Produktions-Richtlinien stand, findet sich
unter:
Beispiel für
irreführende Informationen
Unter der Überschrift
"Das beste Fleisch Österreichs!" und dem Angebot
"Schweinsschopf ohne Kochen per kg 79,90" einer "Frohe
Weihnacht"-Aussendung der contra-Filialen behauptete die AGRARMARKT
AUSTRIA:
"Das Menü
unserer Tiere: Für Tiere im AMA Gütesiegel-Programm gibt es nur
bestes, heimisches Futter, das die Bauern auf ihren Feldern
anbauen."
Ausländische
Herkunft
Die AMA-Gütesiegel
Richtlinie FRISCHFLEISCH sieht (auf Seite 7) jedoch für alle Masttiere
als "Futtermittel" lediglich vor: "Es muss für die Mast
mindestens 70 % des Futters aus heimischer Erzeugung verwendet
werden." 30% der Futtermittel können somit ausländischer Herkunft
sein.
AMA-Gütesiegelqualität In einer Werbung der AMA war zu lesen: "Schweine können viel, wenn man Leistungsförderer und Antibiotika bei der Fütterung einsetzt. Aber eines können sie dann sicher nicht: Das AMA-Gütesiegel bekommen. Jede noch so kleine Schweinerei weisen wir mittels vieler hochentwickelter Kontrollen ...nach."
Antibiotische
und chemische Leistungsförderer
Die Agrarmarkt Austria
schreibt in der Informationsschrift "Frischfleisch mit dem AMA-Gütesiegel"
auf Seite 7 unter "Reinheitsgebot in der Fütterung"
"AMA-Gütesiegelbauern
ist zum Beispiel der Einsatz von antibiotischen und chemischen
Leistungsförderern in der Mast strengstens verboten."
Diese "strengstens
verbotenen" Chemikalien fanden aber bei AMA-Betrieben dennoch
Verwendung: Sie waren zwar in der Mast verboten, nicht aber in der
Praxis der Aufzucht (bei Schweinen zB bis zu 35 kg Lebendgewicht).
Die Schlachthausskandale, wie die Tiere bei vollem Bewusstsein zu Tode gequält und ihnen noch bei lebendigem Leib die AMA-Ohrenmarken abgeschnitten wurden, sind dokumentiert unter
und auf Video unter
http://www.tierschutz.cc/tiu/index-video.html
bzw. auf unserer hompage www.tierschutz.cc
2)
"Bauernhofgarantie":
Dokumentation wie unter "Bauernhofgarantie" in österreichischen
Tierfabriken Tiere zu Tode gequält wurden:
Hier ist zu sehen wie
den Tieren bei lebendigem Leib die Glieder abfaulten:
Dr. Friedrich Landa Tierschutzdachverbandspräsident
Geschäftsführer "Tierschutz im
Unterricht" Tel.: 0043 66 43 43 43 66
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