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Neue Berichte über unerträgliche Tierquälereien
beim Schlachten
Auf der Paracelsus-Messe in Wels war vor
einigen Jahren ein ehemaliger Schlachthausarbeiter zu unserem Tierschutz-Stand
vom "Verein gegen Tierfabriken" gekommen und hat uns von den
entsetzlichen Tierquälereien erzählt, die er in oberösterreichischen
Schlachthäusern miterlebt hat. Leider gab es damals keine Möglichkeit, die
Schilderungen des alten Schlächters auf Video zu dokumentieren. Seit meinem
achten Lebensjahr ist es mir ein Anliegen, die Menschen darüber aufzuklären,
welches Leid den Tieren bei der Fleisch-Erzeugung zugefügt wird.
Nun hat der ehemaliger Schlächter
Burkhard Marterer seine Erlebnisse in dem Buch "Mein Weg
durch die Hölle - aus dem Tagebuch eines Schlächters" veröffentlicht
und wer Fleisch isst, sollte wissen, wie es hergestellt wird:
Schweineschlachtung
Schlächter Burkhard Marterer berichtet,
was er beim Schlachten von Schweinen erlebt hat: "Die Schweine wurden mit
Strom betäubt, wobei auch einige wieder aufstanden und dann einfach mit einem
Genickstick getötet wurden. Manche kamen auch im Brühkessel wieder zu sich
und schwammen in dem 70 Grad heißen Wasser und wurden dann mit langen Stangen
untergetaucht bis sie tot waren." (S 9)
Bei der Fleischbeschau haben bis zu 70 %
der Schweine Brühwasser in den Lungen - d.h. sie waren bei der
Weiterverarbeitung im Brühkessel noch nicht tot!
Spiele mit
Geschlechtsteilen beim Schlachten
"Es gab auch lustige Momente -
wenn wir uns beim Schweineschlachten gegenseitig mit abgeschnittenen
Geschlechtsteilen von weiblichen Schweinen bewarfen - oder bevor eine Kuh
ins Schlachthaus kam, haben wir uns mit ihren vollen Eutern noch mal mit
Milch vollgepritzt." (S 13)
In einem Schlachthof in Oberösterreich
wurde uns Tierschützern der Zusammenhang verdächtig, der zwischen Sexualität
und Gewalt gegen Tiere besteht, als wir die Bilder im Flur zwischen
Mannschaftsräumen und Schlachthalle sahen: Da sind leicht bekleidete Mädchen
zu sehen, die Stierkälber zur Schlachtung führen. Ein blondes Mädchen im
BH-look stochert mit dem Messer im Genitalbereich einer aufgeschnittenen
Schweinehälfte herum. http://www.tierschutz.cc/bilder/perverse/sexanimation.html
Probleme beim Betäuben
Marterer schildert, wie Rinder mit dem
Bolzenschussapparat betäubt wurden: "Ich erinnere mich an einen Bullen,
der zweimal geschossen wurde, aber unerschütterlich stand. Der Viehhändler
nahm dann einen großen Hammer und schlug ihn auf die Stirn, was ihm auch
nichts ausmachte, worauf der Metzgermeister...dann auch noch mal draufschlug.
Der Bulle brach dann zusammen. Er blutete aus Maul und Nase, rappelte sich
aber wieder auf und stand dort und zitterte am ganzen Körper..." (S
10-11)
Immer wieder kommt es vor, dass
Tiere bei der Schlachtung nicht richtig betäubt werden und Schlachttiere
bei lebendigem Leib zu Fleisch verarbeitet werden:
Fröhlich pfeifende Kopfschlächter
Schlächter Marterer sagt weiter
aus:"...damals machte mir das nichts aus. Im Gegenteil - Schlachten war
mir eigentlich immer das Liebste, was mich auch später zu den Kopfschlächtern
führte." (S 12)
"Kopfschlächter sind
spezialisierte Schlächter, die in Lohnarbeit schlachten und per Stück - also
Kopf - bezahlt werden." (S 16)
Auf der Video-Dokumentation "Das Brüllen
der Rinder beim Geschlachtetwerden" ist zu sehen, wie der Schlächter
lustig pfeifend den Stier bei vollem Bewusstsein den Hals aufschlitzt: http://www.tierschutz.cc/tiu/index-video.html
Rücksichtsloses Schlachten
unter Zeitdruck
"Die Viehtreiber waren derbe
Zeitgenossen, die einem Tier schon mal ein Auge ausschlugen." (S 20)
"Doch für Emotionen ist in
diesem Geschäft kein Platz. Pausenlos werden die Tiere getötet, in der
Halle dampfte es, Tiere brüllten... Stündlich wurden 50 Rinder getötet
und liefen in das Band, da blieb also keine Zeit zum Nachdenken." (S
17) "Schweine schlachteten wir 150 in der Stunde, eine enorme
Schinderei. Selbst zum Austreten konnte man nicht weg, sondern urinierte am
Schlachtband." (S 18)
Gnadenlose Technisierung
vermehrt das Leid
Man könnte vielleicht glauben, dass
sich durch eine weiterentwickelte Schlachttechnik das Schicksal der Tiere
verbessert habe, aber Schlächter Marterer weist darauf hin, dass später
"durch die zunehmende Technisierung und den Zeitdruck, wo immer mehr
Tiere in kürzester Zeit geschlachtet werden sollten" die Tierquälerei
noch zunahm. (S 10) "Das Tier...wird hier rücksichtslos geschunden
und zum blanken Fleischlieferanten degradiert. ...Tierquälerei ist
im Alltag schon Normalität." (S 19)
Schlachthaus: Die Hölle für
Tiere
"In 15 Jahren Arbeit im Schlächterberuf
konnte ich ausgiebig die Tiere in ihren letzten Minuten studieren, und ich
bin überzeugt, dass man auch eine Kuh kein zweites Mal in ein Schlachthaus
bringen könnte. ... Fast täglich flüchten ja Tiere aus den Schlachthäusern
und werden dann meistens von der Polizei erschossen." (S 34) Das
Tier erlebt in seinen letzten Minuten "die Welt als Hölle und den
Menschen als grausamen Sadisten, der mit Freude zerstückelt, foltert, verstümmelt..."
(S 35)
Manche Menschen versuchen ihren
Fleischkonsum damit zu rechtfertigen, dass sie nur Fleisch aus
Freilandhaltung kaufen. Tiere, die ein Leben in Freiheit gewohnt sind,
leiden um so mehr, wenn sie eingefangen, transportiert und ins Schlachthaus
gezwungen werden.
Behörden konnten Tierquälereien
nicht abstellen
Marterer bedauert die "Tierquälereien
von denen wir alle wissen, die wir aber verdrängen und zum Kämpfen ist
kaum einer bereit." (S 37)
Die Tierquälereien in Tierfabriken
und Schlachthäusern im Land Oberösterreich wurden dokumentiert und
den verantwortlichen Behörden und Poilitikern angezeigt. Alle waren darüber
entsetzt, die Missstände konnten jedoch nicht abgestellt werden. Deshalb
hat der Tierschutzdachverband im Dezember ein
EU-Vertragsverletzungsverfahren beantragt. Die Missstände in den Schlachthäusern
dauern an (Siehe Anhang). Das ist unerträglich!
Fleischessen verursacht
Gewalt gegen Tiere
Wie das Buch des ehemaligen Schlächters
Burkhard Marterer zeigt, sind die von uns auf Video dokumentierten Quälereien
nicht nur in österreichischen Schlachthäusern Alltag. Das
Landwirtschaftsministerium hat im Zusammenhang mit der
EU-Vertragsverletzungsbeschwerde die Tierquälereien mit dem Verweis zu
rechtfertigen versucht, dass es auch in anderen Ländern zu diesen Problemen
kommt: "Diese sind...keineswegs Österreich-spezifisch..." Jeder
Konsument sollt darüber informiert sein, welch entsetzliches Leid durch den
Kauf tierlicher Produkte verursacht wird.
Dr. Friedrich Landa
Dachverbandspräsident der oö
Tierschutzorganisationen Tel 0043 66 43 43 43 66
Videomaterial Das Buch "Mein
Weg durch die Hölle - aus dem Tagebuch eines Schlächters"
kann für 5,- Euro inclusive portofreie Zustellung direkt beim Autor
bestellt werden: Anhang "Umso zynischer wirkt die
Stellungnahme der Behörde, die erklären, dass Dr. Friedrich Landa |
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