Tierschutzunterricht für Landwirtschaftskammerfunktionäre



Seit mehr als zehn Jahren wird die Möglichkeit "Tierschutz im Unterricht"
für alle Volks-, Haupt- und Höhere Schulen sehr erfolgreich in ganz
Österreich angeboten. Speziell ausgebildete Tierschutzlehrkräfte informieren
darüber, wie Tierleid - vor allem auch durch ein entsprechendes
Konsumverhalten - vermieden werden kann. Durch Vermittlung von Wissen an
unsere Schulkinder und Jugendlichen kann das Umwelt- und
Tierschutzbewusstsein in den Haushalten sensibilisiert werden: Ein Kind, das
im Tierschutzunterricht den Unterschied zwischen Eiern aus  der Legebatterie
und Freilandhaltung gelernt hat, wird beim Einkaufen der Mutter, dem
Vater oder der Oma eindrucksvoll davon erzählen, welche Qualen die Tiere
erleiden müssen, wenn sie ihr ganzes Leben auf Gitterrosten verbringen
müssen.
Seit zwei Jahren hat sich der Tierschutzunterricht auch an den
Landwirtschaftlichen Fachschulen für die praktische Umsetzung der
Verantwortlichkeit gegenüber den Tieren als sehr nützlich erwiesen. Können
hier doch vor allem jene Menschen erreicht werden, die ein Leben lang mit
Tieren arbeiten. Der heuer erstmals gewagte Tierschutzvortrag in der
Metzgerlehrlingsausbildung ist gut angekommen und soll zur ständigen
Einrichtung werden.

Am Donnerstag, 30. März wurde das Projekt "Tierschutz im Unterricht" den
Kammerfunktionären der Landwirtschaftskammer OÖ. vorgestellt. Dabei hat sich
gezeigt, dass einige Bauernvertreter, die immer noch der Meinung sind,
Tierschutz habe sich auf die Haustierhaltung zu beschränken, eine Belehrung
über die Wichtigkeit des Tierschutzes dringend nötig hatten. Während die
Bauern älteren Semesters noch in einer echten Beziehung zu den von ihnen
betreuten Tieren aufgewachsen sind und die Jungbauern durch die Möglichkeit
des Tierschutzunterrichts über die Bedürfnisse der Tiere gut informiert
werden können, dürfte es einigen Hitzköpfen unter den Funktionären entgangen
sein, dass Tiere nicht nur als Mittel zum Zweck der Profitmaximierung
missbraucht werden dürfen, da auch Nutztiere leidensfähige Geschöpfe sind,
auf deren Bedürfnisse durch eine artgerechte Haltung Rücksicht genommen
werden muss. Es war höchste Zeit, dass in dieser Arbeitstagung "der künftige
Umgang mit der in der Öffentlichkeit sensiblen Thematik 'Tierschutz'
innerhalb der bäuerlichen Interessenvertretung eingehend diskutiert" wurde
(Das Zitat stammt aus dem Text der Einladung). Die Mehrzahl der
Landwirtschaftskammerfunktionäre war davon zu überzeugen, dass eine
Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tierschutz zum Wohle der Tiere, der
Konsumenten, und nicht zuletzt zum Wohle der Bauern wünschenswert wäre.

Das Foto, das wir diesmal zur Verfügung stellen können, zeigt den
Präsidenten der Landwirtschaftskammer für OÖ,
Herrn ÖR Mag. Hans KLETZMAYR, wie er den
Kammerfunktionären nach der Diskussion vorschlägt, eine vermehrte
Zusammenarbeit von Tierschutz und Landwirtschaft anzustreben.


"Tierschutz im Unterricht" ist ein gemeinnütziger Verein. Die
Tierschutzlehrer werden durch Spenden von Förderern bezahlt. Die
Tierschutzvereine sind sich der Wichtigkeit dieses Projektes bewusst und
leisten ideelle und wenn möglich auch finanzielle Unterstützung. Auch LH und
Agrarrefernet Dr. Pühringer hat in den letzten beiden Jahren veranlasst,
dass der Tierschutzunterricht vom Land OÖ gefördert wird. An vielen Schulen
haben die Schüler eine kleine freiwillige Spende zwischen 10 und 20
Schilling für diese Art von seriösem Tierschutz eingesammelt.

Es wird ersucht, bei einem Bericht über "Tierschutz im Unterricht"
die Tel. Nr. 07682 7666 anzugeben,
damit von den Schulen Tierschutzlehrer angefordert werden können.

Dr. Friedrich Landa
Geschäftsführer Tierschutz im Unterricht
Dachverbandspräsident der oö. Tierschutzorganisationen



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