DER STANDARD, 03. Juni 2000


NATUR & TIERE

Schulfach "Tierschutz"?

Interessierte Lehrer - oder vielleicht auch engagierte Eltern - können Tierschutz-Unterricht buchen

Genau genommen gibt es die Initiative "Tierschutz im Unterricht" schon seit 1974, da hat die Grazer Pädagogin und bekannt aktive Tierschützerin Charlotte Probst ihre Arbeit an den Schulen begonnen. Mittlerweile sind "Tierschutzlehrer" in ganz Österreich aktiv und es hat sich auch ein Dachverband begründet. Präsident Dr. Friedrich Landa: "Interessierte Lehrer können sich an die jeweilige Landesstelle wenden, wir kommen dann nach Absprache in die jeweilige Klasse und bieten ein der jeweiligen Schulstufe angepasstes Programm." Im Programm für Oberösterreich und Salzburg - die Programme für die anderen Bundesländer sind ähnlich gestaltet - dauert so ein Tierschutzunterricht in den ersten beiden Schulstufen eine Stunde, für ältere Kinder sind zwei Stunden vorgesehen. Dias und Videofilme machen die Vorträge lebendig, die Kinder sollen zu aktivem Mitarbeiten, zu Fragen und zum Mit- und Nachdenken ermuntert werden. Folgende Themenkreise werden - je nach Alter und Wunsch - behandelt: Mensch-Tierbeziehung, Haustiere, Zirkus- und Zootiere, Hühnerbatterien, Massentierhaltung, Tiertransporte, Pelztiere, Tierversuche. Bei älteren Schülern stehen auch Tierrechte, Ethik, sowie der Tierschutz in den Weltreligionen oder auch tierschutzgerechtes Konsumverhalten auf dem Lehrplan.

Der Tierschutzunterricht ist prinzipiell kostenlos, um freiwillige Spenden etwa öS 10, pro Kind, wird aber gebeten. Landa: "Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der auf Spenden angewiesen ist." Vor der Veranstaltung wird ausführlich mit der Lehrkraft gesprochen, wichtig sind den Tierschutzlehrern aber auch das Feedback. Landa: "Wir bitten die Lehrer um die Übersendung unseres Rückmeldebogens, dadurch können wir unsere Veranstaltungen verbessern, wenn das nötig ist. Die Lehrer werden etwa gefragt, ob sie mehr Dias oder Videos wünschen oder ob sie die Informationen als zu kindlich - oder auch als zu grausam - empfunden haben." Auf die altersgerechte Präsentation der Inhalte wird großer Wert gelegt. Landa: "Es geht darum, zu informieren und Bewusstsein und Verantwortungsgefühl zu wecken. Und natürlich auch Lösungsmöglichkeiten zu zeigen. Die Kinder sollen ja nicht deprimiert werden, sondern erkennen, dass sie persönlich viel für der Schutz unserer Mitgeschöpfe tun können. Wenn etwa ein Kind die Mama beim Einkaufen davon überzeugen kann, Freilandeier zu nehmen."
Andrea Dee
Kontakt: Wien, Niederösterreich: 01/699 2450-0, 02774/ 8813; Burgenland: 0316/581 320, 01/699 2450 - 0; Oberösterreich,Salzburg: 07682/7666; Steiermark: 0316/581 320; Kärnten: 0463/50 29 59; Tirol: 0512/37 82 02; Vorarlberg: 05512/4344.


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